Meldungen aus dem Bezirksverband Münster

Erinnerung an Judenermordung

100 Interessierte kamen zum Themenabend

Rheine. Sie waren Nachbarn von nebenan: 20 jüdische Mitbürger im Alter von 12 bis 63 Jahren. 1941 und 1942 wurden sie von Rheine nach Riga in Lettland deportiert. Zum Themenabend „Nachbarn von nebenan“ hatte der Kreisverband Rheine des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) in Kooperation mit der Projektgruppe „Rheine ohne Rassismus – Rheine mit Courage“ am Donnerstag in die Ignatz-Bubis-Aula der VHS eingeladen.

Rund 100 Interessierte nahmen an der eineinhalbstündigen Veranstaltung mit anschließender Ausstellungseröffnung (bis 16. Dezember) im Rahmen der Reihe „Gedenken und Erinnern“ teil. Auch Jugendliche waren unter den Zuhörern. Unter ihnen einige, die vor einem Jahr den Wunsch geäußert hatten, als Stadt dem Riga-Komitee beizutreten – die Mitgliedschaft ist in Bearbeitung. Aufgabe dieses Zusammenschlusses ist es, die über Jahrzehnte verschütteten Erinnerungen an die etwa 25 000 nach Riga verschleppten deutschen Juden wach zu halten.

Die allermeisten von ihnen wurden in Riga ermordet – durch die Haftbedingung oder durch Erschießungen im Wald von Bikernieki. Dem Ort, in dem die Massenvernichtung der jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Deutschland begann. Seit 2001 befindet sich dort eine Gedenkstätte. Sie wurde mit Hilfe des Volksbundes, des Auswärtigen Amtes und der Städte des Riga-Komitees – mittlerweile sind es 50 – errichtet. „Ein Einzigartiger Zusammenschluss zur Förderung lebendiger Bänder der Erinnerung“, sagte Winfried Nachtwei. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen setzt sich seit vielen Jahren für ein würdiges Gedenken an die in Riga ermordeten Juden ein. In seinem aufwühlenden Vortrag machte er deutlich, dass die Nationalsozialisten die Juden nicht nur „physisch“ vernichten wollten. „Sie wollten auch die Erinnerung an sie vernichten.“ Nachtwei sieht jedoch, „dass die Erinnerung bei der jüngeren Generation ankommt“.

Deutlich wurde dies am Donnerstagabend in einem Beitrag von Lars Gremme. Der 20-Jährige berichtete von dem Workcamp in Riga, an dem 16 Jugendliche aus der Projektgruppe „Rheine ohne Rassismus – Rheine mit Courage“, in diesem Sommer teilnahmen. Gremme zeigte einen Film, der die Reise dokumentierte. Zusammen mit sieben lettischen Jugendlichen wurden Gedenkstätten und Sehenswürdigkeiten in Riga besucht. Walter Krone, Geschäftsführer des VDK Rheine, lobte den „exzellenten“ Film. Er habe gezeigt, „dass auch der Spaß und die Freude an der Begegnung nicht zu kurz kam.“

Bürgermeisterin und Vorsitzende des VDK-Kreisverbandes Rheine Angelika Kordfelder schlug in ihrem Grußwort den Bogen von der Vergangenheit zu unserer Verantwortung im hier und jetzt. Dem Antisemitismus von Neonazis und Islamisten im heutigen Deutschland bewusst gegenzusteuern sei „immer wieder unsere Aufgabe.“ Eine Aufgabe, die auch Regierungspräsident Reinhard Klenke, Vorsitzender des Bezirksverbandes Münster sieht: „Wir müssen das Wissen weitergeben, damit es sich so nicht wiederholen kann.“

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