Meldungen aus dem Bezirksverband Münster

Dülmen tritt Riga-Komitee bei

Über 25.000 deutschen Juden wurden 1941/42 nach Riga deportiert und größtenteils im Wald von Bikernieki ermordet

Die Erinnerungen an diese Opfer wach zu halten, das hat sich das Riga-Komitee zum Ziel gesetzt. Im Mai 2000 gegründet, hat das Komitee heute 48 Mitglieder. Das 49. Mitglied wird am Freitag, 24. Januar, die Stadt Dülmen. Aus diesem Anlass lädt Bürgermeisterin Lisa Stremlau gemeinsam mit der Volkshochschule und dem Kulturteam der Stadt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ab 19:00 Uhr herzlich zu den offiziellen Beitrittsfeierlichkeiten in die Alte Sparkasse ein. Zu den Gästen zählen unter anderem Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke und Winfried Nachtwei, Mitinitiator des Komitees und ehemaliges Bundestagsmitglied.

 „Der Stadt Dülmen ist es ein ganz besonderes Anliegen, die Arbeit des Komitees zu unterstützen“, betont Bürgermeisterin Lisa Stremlau. „Mit dem Beitritt zum Riga-Komitee möchten wir ein Zeichen setzen und der acht Dülmener Mitbürger, die 1941 nach Riga deportiert worden sind, gedenken.“ In der Nacht zum 11. Dezember 1941 waren Karl und Selma Frankenberg, Charlotte Pins, Josef und Lina Salomon sowie Bertha, Julia und Margarethe Wolff nach Riga verschleppt worden. Gemeinsam mit rund 2.000 weiteren Personen aus Westfalen wurden sie in zwei Transporten aus Münster/Osnabrück/Bielefeld und Dortmund nach Riga deportiert. Keiner der Dülmener überlebte das Rigaer Ghetto.

„Mit dem Beitritt zum Riga-Komitee möchte die Stadt Dülmen die lebendige Erinnerungsarbeit vor Ort um einen weiteren Baustein ergänzen“, unterstreicht Stremlau. In der Vergangenheit haben sich unter anderem die Dülmener Schulen mit großem Engagement und unterschiedlichen Schülerprojekten für die Erinnerung an den Holocaust eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist die Hermann-Leeser-Schule, die erst kürzlich als einzige Schule in NRW für eine Partnerschaft mit der „International School for Holocaust Studies“ ausgewählt worden ist, die an die bedeutende Gedenkstätte Yad Vashem in Israel angegliedert ist.

Das Programm am Freitagabend gestalten 26 Schülerinnen und Schüler der Kardinal-von-Galen-, der Hermann-Leeser- und der Pestalozzi-Schule. Sie haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte im Unterricht auseinandergesetzt und eine Zeitungs-Performance sowie eine Szenische Lesung für die Gäste vorbereitet. Bernd Weimann von der Städtischen Musikschule Dülmen und Haltern am See begleitet die Veranstaltung musikalisch am Klavier mit Interpretationen jüdischer Lieder, die im Ghetto gesungen wurden.

Im Anschluss an die Übergabe der Beitrittsurkunde durch Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke wird Winfried Nachtwei die bundesweite Wanderausstellung „Bikernieki – Wald der Toten“ eröffnen. Diese wurde von der Volkshochschule nach Dülmen geholt und ist noch bis Freitag, 7. Februar, in der Alten Sparkasse zu sehen. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der heutigen Gedenkstätte Bikernieki am Stadtrand von Riga, welche 55 größere und kleinere Opfergräber umfasst. Während des Zweiten Weltkrieges sind hier unzählige Menschen Opfer der Erschießungskommandos der Nationalsozialisten geworden. 2001 errichtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gemeinsam mit seiner lettischen Partnerorganisation dem Brüderfriedhöfekomitee, der Stadtverwaltung Riga und dem Auswärtigen Amt die Gedenkstätte, welche heute gemeinsam von lettischen und deutschen Jugendlichen gepflegt wird.

 

"Stadt Dülmen"

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