Meldungen aus dem Bezirksverband Münster

Riga - Deportationen, Tatorte, Erinnerungskulturen

Neue Wanderausstellung des Deutschen Riga-Komitees erstmals in Nordrhein-Westfalen zu sehen

Stadtarchivarin Heike Biskup führt durch die Ausstellung © Stadt Bottrop Stadt Bottrop

Bottrop. Nachdem die Stadt Bottrop 2019 als 60. Mitgliedskommune dem Deutschen Riga-Komitee beigetreten ist, zeigt sie nun als erste Kommune in NRW die neue Ausstellung des Städtebündnisses. Sie verbindet dies mit Dokumenten aus Beständen des Stadtarchivs. Pandemiebedingt musste die Eröffnung im kleinen Kreis stattfinden. Im Folgenden lesen Sie die offizielle Pressemeldung dazu:

Die Deportation und Ermordung deutscher Jüdinnen und Juden in Riga 1941/42 thematisiert die neue Wanderausstellung „Riga - Deportationen, Tatorte, Erinnerungskultur“ des vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. initiierten Riga-Komitees. Sie wird vom 24. Februar bis zum 30. März im Kulturzentrum August Everding gezeigt. Das Stadtarchiv Bottrop präsentiert diese als erster Ort im Regierungsbezirk Münster.

Blick auf die Situation in Bottrop

Zusätzlich zur Ausstellung des Volksbundes wird nochmals die Ausstellung „Betrifft: - Abtransport der in Bottrop wohnhaften Juden - Die Deportation der Bottroper Juden nach Riga 1942“ gezeigt. Diese Ausstellung war im Jahr 2020 erstmals in Bottrop zu sehen, konnte aber aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie ursprünglich geplant geöffnet bleiben. Ab heute ist sie erneut der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung beschreibt sowohl die Situation in Bottrop zur Zeit des Nationalsozialismus, als auch die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Bottrop vor der Zeit des Dritten Reiches. Die Schicksale neun jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, die am 24. Januar 1942 aus Bottrop mit einem Sammeltransport nach Riga „abtransportiert“ wurden, stehen in der Ausstellung im Mittelpunkt.

Bewusstsein schaffen und Erinnerungen wachhalten

Die Vorsitzende der Synagogengemeinde Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck Judith Neuwald-Tasbach [siehe Foto] erinnerte sich während der Ausstellungseröffnung an ihre Kindheit in der Nachkriegszeit. „Es hieß, die Juden seien ‚nach unbekannt verzogen‘ oder ‚für tot erklärt‘“, so Neuwald-Tasbach. Sie habe sich nicht vorstellen können, dass Menschen nicht auffindbar seien. Es war die Sprach der Nationalsozialisten, die so ihre Verbrechen kaschierten. „Ganz normale Bürger wurden entrechtet, gequält und ermordet“, sagte Neuwald-Tasbach.

„Nur durch eine aktive Erinnerungskultur und ein Bewusstsein für die Schrecken der Vergangenheit, können wir hoffen zu verhindern, dass diese Ereignisse sich wiederholen,“ sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler bei der Ausstellungspräsentation.

Spezielle Angebote

Die beiden Ausstellungen im Kulturzentrum August Everding sollen einen Beitrag leisten, die Erinnerung an die Schicksale dieser Menschen, stellvertretend für die Millionen von Opfern des Holocaust, wachzuhalten. Besonders auch mit speziellen Angeboten für Schulklassen und Führungen für Gruppen. Dazu ist eine vorherige Anmeldung im Stadtarchiv notwendig.
Tel.: 02041-70 37 54 - E-Mail: stadtarchiv@bottrop.de.
Besucht werden kann die Ausstellung montags bis freitags von 09.00 bis 18.00 Uhr und samstags von 09.00 bis 14.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Fotos und Text: Stadt Bottrop

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/aktuelles/riga-ausstellung.php

 

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