Lesung mit Lorenz Hemicker aus seinem Buch „Mein Großvater, der Täter“ im Willy-Brandt-Haus in Recklinghausen
Im Spätherbst 1941 werden im Wald von Rumbula bei Riga über 27.000 Juden ermordet. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen werden, konstruiert der SS-Offizier Ernst Hemicker - verurteilt wird er nie. Jahrzehnte später ahnt sein Enkel Lorenz Hemicker, dass seine Familie in dieses Verbrechen verstrickt ist. Nach dem Tod seines Vaters beginnt er eine intensive Recherche, die ihn nach Riga, zu Überlebenden des Holocaust und in deutsche Weltkriegsarchive führt. In seinem bewegenden Buch zeichnet Hemicker das Bild eines Mannes, der - wie viele andere - vom Jedermann zum Täter wurde. Zugleich erzählt er vom langen Schatten, den Schuld und Schweigen über Generationen werfen.
Der Autor des Buches, Lorenz Hemicker ist 1978 geboren, Journalist und Chef vom Dienst bei FAZ.NET. Mit großer Sensibilität verbindet er seinem Buch „Mein Großvater, der Täter“ Familiengeschichte, Erinnerung und historische Verantwortung zu einer eindrucksvollen Spurensuche.
Die Lesung sowie das anschließende Gespräch findet in Kooperation mit der VHS Recklinghausen, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Kreis Recklinghausen und der GEE (Gesellschaft für Ev. Erziehung und Bildung e.V.) statt. Für die Veranstaltung wird kein Eintrittsgeld erhoben.