Meldungen aus dem Bezirksverband

„Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um euer Herz gelegt!“

Münster. In Erinnerung an Sophie und Hans Scholl, die u.a. obigen Satz auf eines ihrer Flugblätter schrieben und am 22. Februar 1943 für ihren Widerstand gegen die NS-Diktatur ermordet wurden, organisiert das Geschwister-Scholl-Gymnasium alljährlich den Scholl.Tag. Er soll vermitteln, wie wichtig Mut, Verantwortungsbereitschaft und soziales Engagement für das Funktionieren einer Zivilgesellschaft sind.

Auch am diesjährigen Scholl.Tag am 21. Februar arbeiteten die Schüler*innen der Schule in zahlreichen Workshops zu unterschiedlichen Themen. Bereits zum dritten Mal war auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. als außerschulischer Partner vertreten. Bildungsreferent Daniel Gollmann bot, unterstützt von Andreas Bischoff, Lehrer der Schule, einen Workshop zum Thema „Flucht und Vertreibung“ an, für den sich 15 Schüler*innen interessierten.

Das Thema „Flucht und Vertreibung“ wurde mit den Ereignissen im Sommer 2015 aktuell und ist es bis heute. Nach einer kurzen thematischen Einführung gingen die Schüler*innen in Kleingruppen, ausgestattet mit Fragebögen, durch die Ausstellung „geflohen, vertrieben, angekommen?!“ des Volksbundes, die in der Mediathek der Schule aufgebaut worden war. Die Ausstellung stellt mit Fotos, Schaubildern und Texten Bezüge zu Schicksalen geflohener und vertriebener Menschen in Geschichte und Gegenwart dar. Deutlich werden nicht nur Parallelen zwischen den verschiedenen Fluchtbewegungen, sondern auch, dass die aktuellen Fluchtbewegungen kein einzigartiges Phänomen sind. Deutschland hat schon einige Flüchtlingswellen erlebt und es bisher immer geschafft, die Flüchtlinge zu integrieren. Mit diesem Wissen können die Schüler*innen die heutige Situation besser einordnen und evtl. vorhandene Ängste abbauen.

Bisherigen Erfahrungen zum Trotz stellen die gegenwärtigen Flüchtlingsströme jedes aufnehmende Land, auch Deutschland, vor Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Integration in den Kommunen, am Arbeitsplatz, in sozialen Einrichtungen und Schulen. Damit dies besser gelingt, müssen in NRW alle Gemeinden mit mindestens 5000 ausländischen Einwohner*innen einen Integrationsrat bilden. Der Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt Münster, Dr. Ömer Lütfü Yavuz, und sein Stellvertreter, Shafiq Hasan, kamen als Gäste hinzu, berichteten über die Aufgaben des Integrationsrates und beantworteten Fragen. Die Schüler*innen erfuhren u.a., dass der Integrationsrat bei Angelegenheiten, die von Bedeutung für Menschen mit Migrationsvorgeschichte sein können, anzuhören ist. Außerdem engagiert er sich für die Teilhabe und Chancengleichheit der Menschen mit Migrationsvorgeschichte in allen Bereichen des politischen, gesellschaftlichen sowie kulturellen Lebens.

Abschließend beschäftigten sich die Schüler*innen mit der Stadtgesellschaft Münsters, die man in Anbetracht von Einwohnern aus rund 160 Nationen als multikulturell bezeichnen kann. Gestaltet wurde eine Weltkarte, auf der die Schüler*innen all jene Länder kenntlich machten, aus denen Menschen in Münster leben. Außerdem vermerkten sie, wie viele es jeweils sind. Während des Austausches über Auffälliges und Überraschendes erfuhren die Teilnehmenden durch den Bildungsreferenten, welche Fluchtbewegungen des 20. Jahrhunderts sich auch in Münster ablesen lassen.

Text und Bild: Daniel Gollmann

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