Meldungen aus dem Bezirksverband Münster

Die Opfer des Krieges mahnen zum Frieden

Recklinghausen/Gelsenkirchen. Der diesjährige Volkstrauertag am 17. November war insofern besonders, als er im Kontext von zwei runden Jahrestagen steht. Zum einen jährt sich in Kürze die Gründung des Volksbundes am 16. Dezember 1919 zum 100. Mal. Auslöser hierfür waren die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und der daraus europaweit erwachsene Gedanke, dass jeder einzelne Soldat eines Grabes und des individuellen Gedenkens würdig sei. Zum anderen überfiel im Jahr 1939, vor nunmehr 80 Jahren, die deutsche Wehrmacht Polen. Dieses Ereignis markierte den Beginn des Zweiten Weltkrieges, der sechs Jahre dauern und rund 60 Millionen Menschen das Leben kosten sollte. Seine Folgen wirken bis heute nach. Insbesondere der Überfall auf Polen und das deutsch-polnische Verhältnis prägten dann auch die Gedenkreden auf den beiden Gedenkveranstaltungen in Recklinghausen und Gelsenkirchen, die hier stellvertretend für die vielen erwähnt werden, die auch dieses Jahr wieder stattfanden. In Recklinghausen hielt die Gedenkrede Sabine Palluch, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt und in Gelsenkirchen hielt sie Regierungspräsidentin Dorothee Feller.

Vor dem Hintergrund des Verschwindens der Erlebnisgeneration fragten in Recklinghausen zwei Schülerinnen der Otto-Burrmeister-Realschule, ob wir den Volkstrauertag auch in 20 Jahren noch begehen oder ob wir ihn vergessen werden. Ihre Haltung ist klar: Dieser Gedenktag dürfe nicht vergessen werden, da wir in der Pflicht seien, „dauerhaft an die Opfer der Weltkriege zu erinnern (…). Frieden ist keine Selbstverständlichkeit.“ Auch den nächsten Generationen müsse vermittelt werden, dass man für ein friedliches Miteinander etwas tun muss, sich diese Mühe mit Blick auf die Kriegsfolgen aber lohnt.

Dass Frieden nicht selbstverständlich, aber wertvoll ist, wurde in Gelsenkirchen eindrucksvoll deutlich. Auch wenn sich weite Teile Europa (abgesehen von den Kriegen auf dem Balkan in den 1990er Jahren) seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in einer bald 75jährigen Phase des Friedens befindet, lässt sich das nicht auf den Rest der Welt übertragen. Im vergangenen Jahr wurden 28 Kriege und bewaffnete Konflikte gezählt. Einer davon war plötzlich ganz nah: „Ich bin Mohamad und stamme ursprünglich aus Syrien, wo ich einen grausamen Bürgerkrieg am eigenen Leib erfahren und erlitten habe. Ich weiß also, was Krieg bedeutet. Und deshalb bin ich umso dankbarer, in einem Land zu sein, in dem unsere Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter, Mütter und Väter, die Menschen, die wir lieben, nicht zu Opfern des Krieges gemacht werden.“ Damit das auch so bleibt haben sich Schüler*innen der Gesamtschule Berger Feld, darunter auch Mohamad, an der Gestaltung des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft beteiligt und darauf hingewiesen, dass Frieden schon im Kleinen anfängt, im Alltag eines jeden.

Neben Bürger*innen nahmen auch wieder Vertreter*innen aus Politik und Gesellschaft teil, die das Programm mit weiteren Wort- oder Musikbeiträgen bereicherten.

(Text: Daniel Gollmann)

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